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1990 folgte die Stadt Ratingen einem Aufruf der russischen Regierung nach Hilfe für die notleidende Bevölkerung in den Städten Russlands und stellte einen ersten Hilfstransport nach Gagarin, früher Gschatsk, einer Kleinstadt auf der Strecke Smolensk - Moskau, zusammen. Aus diesem Anfang erwuchs durch Aufrufe an die Ratinger Bevölkerung sehr schnell eine auf Dauer eingerichtete Hilfsaktion: Familien in Ratingen konnten persönliche Kontakte zu Familien in Gagarin aufbauen und ihnen durch Hilfspakete mit Lebensmitteln, Schul- und Spielsachen, Kleidung etc. helfen. Die Pakete wurden mehrmals im Jahr gesammelt und per LKW nach Gagarin auf den Weg gebracht Zu den Empfängerfamilien gehörten in der Anfangszeit ausschließlich strahlengeschädigte Familien aus der verseuchten Umgebung Tschernobyls, die erst nach mehreren Jahren von dort umgesiedelt worden waren, sowie die Familien der sog. „Liquidatoren", die - ohne ausreichenden Schutz - mit den anfänglichen Aufräumaufgaben im Bereich des KKW beauftragt waren.

Mehrere Besuche Ratinger Bürger in Gagarin, die mit der dortigen Situation unmittelbar konfrontiert wurden, führten dazu, dass am 5. Juli 1995 in Ratingen der Verein „Tschernobyl-Kinderhilfe Ratingen e.V." unter seinem ersten Vorsitzenden Horst Kemper gegründet wurde, um die Familienhilfe zu koordinieren und auszubauen. Konnte schon in der Zeit vor der Vereinsgründung in einer spektakulären Hilfsaktion einem schwer hörgeschädigten Kind durch Implantation von Hörstücken das Hörvermögen wieder gegeben werden, so zeigte sich immer deutlicher die dringende Notwendigkeit weiterer materieller und finanzieller Hilfe auch für die Kinder in den kommunalen Institutionen Waisenhaus/Internat, dem TB-Heim, dem Krankenhaus. Durch Kleiderspenden konnte eine Kleiderkammer für alle bedürftigen Familien Gagarins aufgebaut werden; besonders zur Winterszeit wurde die Armenküche Gagarins mit finanzieller Hilfe bedacht. Seit 1995 konnte alle zwei Jahre, zuletzt 2011, eine Kindergruppe mit wechselnden Teilnehmern in Ratingen Erholung finden; die Kinder waren bei ihren jeweiligen Patenfamilien untergebracht

Die Aktivitäten der Tschernobyl-Kinderhilfe Ratingen stießen auch bei den politischen Gremien und der Verwaltung der Stadt Ratingen auf Anerkennung und Unterstützung und waren so der Anlass dafür, dass im Juli 1998 die Unterzeichnung eines Vertrages über die offizielle Städtepartnerschaft zwischen Ratingen und Gagarin erfolgte - ein außergewöhnlicher Vorgang, da im allg. bei Städtepartnerschaften die Gründung eines Hilfsvereins eine Folge und nicht der Anlass der offiziellen Partnerschaft ist.

Von 1999 bis 2005 führte ein neuer Vorstand unter dem Vorsitz von Heinrich Kohnen den Verein. Die schon bestehenden Hilfsleistungen wurden fortgeführt, andere hinzugenommen: War immer schon besonderer Wert darauf gelegt worden, die persönlichen Kontakte zu den Tschernobyl-geschädigten Kindern und deren Familien auf- und auszubauen, so wurden jetzt auf Bitten der Stadtverwaltung von Gagarin auch einzelne „ortsansässige" arme Familien in das Programm aufgenommen und die Hilfe für die Armenküche intensiviert - auch um die Integration der Tschernobyl-Familien in ihrer neuen Stadt zu fördern. Seitdem wurden etwa 320 Familien in Gagarin und den umliegenden Dörfern mit Paketen und Briefen, z. gr. T. auch finanziell betreut.
Seit 2005 ist Anton König Vorsitzender des Vereins. Er führt die bisherigen Aktivitäten weiter und weitet sie aus; u.a. für "Nadeshda", dem Institut für sozial gefährdete und behinderte Kinder und Jugendliche aus Gagarin und Umgebung. Eine Hauptaufgabe in der Durchführung der Hilfsmaßnahmen ist die Überwindung der organisatorischen "Klippen" mit den russischen Behörden geworden, die durch personelle, organisatorisch und gesetzlich bedingte Veränderungen in Gagarin selbst und in der russischen Föderation immer mehr aufgetürmt haben.

Die TKR schickte bis 2011 zweimal pro Jahr einen Hilfstransport mit jeweils zwischen 1000 und 1300 Paketen für die Familien und die betreuten Institutionen auf die Reise nach Gagarin. Ein Besuch des Vorstandes im Jahr 1999 in Gagarin ergab die Notwendigkeit, auch die Kindergärten und Grundschulen mit Arbeits- und Spielsachen sowie gebrauchter Kleidung umfassender zu unterstützen.

Einen kleinen Erfolg besonderer Art konnte die TKR verbuchen: Gespendete Nähmaschinen, Garne und Stoffe versetzten die Berufsschule für Näherinnen in die Lage, außerhalb der Schulstunden ein kleines Atelier zu eröffnen, Aufträge anzunehmen und das eingenommene Geld wieder zum Ankauf neuen Materials im eigenen Land zu nutzen - ein Anfang bei der Hilfe zur Selbsthilfe.